Die Geschichte des Online Bankings

Online Banking gibt es seit den frühen 1980er Jahren, es war damals allerdings wegen der Kosten nur wenigen Firmen oder vermögenden Privatpersonen zugänglich. Seither haben die Banken die entsprechenden Werkzeuge zunehmend entwickelt. Über 50 Millionen Menschen nutzen heute das Online Banking, wobei über 50% aller Girokonten für das Online Banking freigeschaltet sind. Eine spannende Entwicklung, die auch in einer Infographik anschaulich dargestellt wurde.

Entwicklung des Online Bankings

Aus dem modernen Alltag ist Online Banking nicht mehr wegzudenken, die Entwicklung verlief rasant. In Deutschland betrug wuchs der Anteil der Nutzer zwischen 1998 und 2013 wie folgt:

- 1998: 8 % aller Bankkunden
- 2000: 11 %
- 2002: 23 %
- 2006: 34 %
- 2008: 36 %
- 2010: 35 %
- 2011: 44 %
- 2013: 45 %

Es gab also tatsächlich einen geringfügigen Rückgang um ein Prozent zwischen 2008 und 2010, der auf eine gegenläufige Entwicklung zurückzuführen war: Seit den 2000er Jahren, verstärkt seit 2012, mehren sich Hackerangriffe im Internet. Diese konnten zwar noch nie eine sichere SSL-Leitung im Online-Banking knacken, Betrugsvorfälle in diesem Bereich basieren einzig auf Phishing, bei dem die Nutzer freiwillig Passwörter und TANs preisgeben. Jedoch werden Internetnutzer vorsichtiger. Das Online Banking verlief seit den 1980er Jahren in folgenden Schritten:

- 1983: Die Bank of Scotland führte für ihre Kunden als erste britische Bank Online Banking unter dem Namen "Homelink" ein.
- 1994 integrierte Microsoft eine Online-Banking-Lösung in seine Personal Finance Software, die anfängliche Zahl der Nutzer lag bei 100.000 Personen.
- 2001 nutzten bei acht US-Großbanken jeweils mehr als eine Million Kunden das Online Banking, die Zahl der regelmäßigen Anwender von Online Banking betrug in den USA rund 19 Millionen Personen.
- 2005 begann der große Aufstieg der Internet-Banken, die ihren Vertrieb mehr oder weniger ausschließlich online abwickelten. Andere Banken wie die deutsche ING-DiBa bauten das Online Banking mit all seinen Dienstleistungen wie der Geldanlage und dem Kreditgeschäft als zweites, sehr starkes Standbein auf. Seit dieser Zeit war auch das Online Brokerage so weit entwickelt, dass Anleger online ihre Wertpapiere inklusive derivater Anlageinstrumente buchten.
- 2007 bot Apple erstmals eine webbasierte Variante des Online Bankings via iPhone an. Es war theoretisch auch vorher schon möglich gewesen, vom Handy aus einen Bank-Account anzusteuern, jedoch war die Menüführung so unkomfortabel und die Verbindung so teuer, dass es praktisch keine Anwender gab.
- 2009 zählte man in den USA 54 Millionen Haushalte, die regelmäßig Online Banking betrieben. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten im US-Bankensektor zwischen 1970 und 2009 drastisch (siehe nebenstehende Grafik): Online Banking führte zu starken Rationalisierungen.
- Im Zuge der Finanzkrise ab 2007/2008 reduzierten nach Schätzungen mehr als ein Drittel aller US-Bürger ihre Aktivitäten im Online Banking. Diese Zahlen dürften für die übrige Welt repräsentativ sein.
- 2011 wurde Online Banking ein Massentrend, denn inzwischen nutzen weltweit fast die Hälfte aller Bankkunden diese moderne Form, um ihre Finanzgeschäfte abzuwickeln.

Wichtige flankierende Entwicklungen

Drei Trends spielen für das Online Banking eine wesentliche Rolle: die Senkung aller Telefontarife (Festnetz und Mobilfunk), die technische Entwicklung (inklusive sicherer Leitungen per SSL), und die Akzeptanz der Nutzer. Online Banking in den 1990er Jahren war mit effektiven Kosten verbunden: Der Zugang zur Bank kostete den Festnetztarif für ein Ortsgespräch, der damals nach Minutenpreisen abgerechnet wurde. Ein Nutzer ging also nur minutenweise ins Internet und reduzierte allein deswegen sein Online Banking oder betrieb es gar nicht erst. Im Mobilfunk waren die Kosten noch viel höher, allein deswegen trieben die Innovationsführer die Entwicklung von mobilen Devices erst mit der flächendeckenden Einführung von Flatrates ab 2006/2007 voran. Die technische Entwicklung vor allem sicherer Bankenleitungen war eigentlich schneller. Die SSL-Verschlüsselung wurde wohl noch nie geknackt, es wäre nach heutigem Stand der Technik auch nicht möglich. Hackerangriffe zielen immer auf das Ausspähen von Informationen, die nur der Kunde hat. Entweder fällt er auf einen Phishing-Angriff herein, bei dem ihn scheinbar seine Bank auffordert, Passwörter und mindestens eine TAN einzugeben. Solche Aufforderungen kommen von gefakten Seiten, die inzwischen denen der Bank täuschend ähnlich sehen. Banken erteilen in Wahrheit solche Aufforderungen nie, das Wissen hierüber sollte Allgemeingut sein. Eine andere Variante des Hackings könnte gefährlicher sein: Ein Trojaner könnte einen Keylogger einschleusen, der die Eingaben des Nutzers an seinem eigenen PC mitliest. Jedoch dürfte auch dies für Kriminelle nicht sehr hilfreich sein: Wenn der Nutzer eine TAN für eine eigene Transaktion eingibt, verbraucht er sie anschließend für seine Transaktion, für den Hacker ist sie daher nutzlos. Da noch nie Fälle von derartigen Hackerangriffen bekannt wurden, gilt Online Banking bis heute als absolut sicher, wenn die Kunden die gängigen Sicherheitsvorschriften beachten. Das wiederum hat die Akzeptanz unter den Nutzern - verbunden mit dem zunehmenden technischen Komfort und den praktisch auf null gesunkenen Kosten - dramatisch erhöht.

 

history-of-online-bankingQuelle: Yodlee.com

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