Die FED - Vom Ende des billigen Geldes

Die FED beschloss schon Ende 2013 eine schrittweise Zurücknahme ihrer Politik des billigen Geldes, ohne jedoch zunächst die Leitzinsen anheben zu wollen. Vor ihrer Amtseinführung am 4. Februar 2014 hatte die neue FED-Chefin Janet Yellen in einem Statement erklärt, sie wolle prinzipiell die Linie ihres Vorgängers Bernanke fortführen, denke jedoch an eine behutsame Zurücknahme des Anleiheaufkaufprogramms. Damit hat die FED inzwischen begonnen, sie setzt damit das zweite geldpolitische Steuerungsinstrument neben den Leitzinsveränderungen ein. Die EZB könnte jedoch die Rolle der FED als Liquiditätsquelle für die Weltbörsen übernehmen.

Die amerikanische und die europäische Haltung zur Geldpolitik

wachstum© Tony Hegewald, pixelio.deMan ist in den USA von einem Wachstum der Weltkonjunktur in 2014 überzeugt, trotz einiger Probleme in den Schwellenländern. Zudem sind die Amerikaner gewarnt, was allzu billiges Geld über allzu lange Zeiträume angeht: Die Subprimekrise des Jahres 2007 war durch so eine Politik ausgelöst worden, denn in der Niedrigzinsphase ab Ende der 1990er Jahre waren Immobilienkredite so billig geworden - bei gleichzeitigem Boom des Immobilienmarktes -, dass sich zwangsläufig eine Blase mit anschließendem Crash entwickeln musste. Die Europäer sehen das auch aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Probleme etwas anders und halten an den niedrigsten Zinsen seit Bestehen der EZB fest. In der Tagung des EZB-Rates am 06.02.2014 wurde der Zinssatz von 0,25 % bestätigt, trotz der erhöhten Zinsen in einigen Schwellenländern, die damit Mittelabflüsse stoppen wollen. Die Europäer stehen damit im Spannungsfeld zwischen der FED, die den Geldhahn nur sehr behutsam zudreht, den eigenen Wirtschaftsproblemen und den teils exorbitanten Leitzinsen in Schwellenländern, die in krassem Widerspruch zur amerikanischen und europäischen Politik stehen. Möglicherweise entwickelt sich Europa zum nächsten Niedrigzinsparadies.

Reaktion der FED auf die globale Prognose für 2014

Die Analysten mehrerer großer Banken haben sich schon Anfang Januar zur möglichen Wirtschaftsentwicklung auf dem Globus im angelaufenen Jahr geäußert. Einige Experten erwarten, dass asiatische Schwellenländer schwächeln könnten, was den europäischen Ausfuhrmarkt behindern würde. Auch die USA exportieren nach Asien und müssen diese Entwicklung im Auge behalten. Man erwartet jedoch bei der FED, dass die Weltwirtschaft insgesamt beschleunigt wachsen werde. Aktien dürften weiter nach oben tendieren, der Zuwachs des Jahres 2013 könnte sich 2014 fortsetzen und die großen Leitindizes wie den Dow Jones, den S&P 500, den DAX und den EuroSTOXX um zehn Prozent steigen lassen. Eine Blase sei zwar nicht zu erwarten, so Assetspezialisten etwa der Saxo Bank, ein solides Wachstum jedoch allemal. Das liefert der FED gute Gründe, die in den Augen konservativer Wirtschaftspolitiker ungesunde Niedrigzinspolitik sukzessive zu beenden. Die Rücknahme des Anleiheaufkaufprogramms wäre dann nur ein erster Schritt, dem vielleicht ab Sommer oder Herbst 2014 die erste behutsame Leitzinserhöhung der FED folgen könnte.

Orientierungspunkte für die FED-Leitzinsen

Die FED hat schon 2013 erklärt, sie wolle sich an der US-amerikanischen Arbeitslosenquote orientieren und die Leitzinsen erst erhöhen, wenn diese Quote unter 6,5 % sinkt. Sie schwankt seit Herbst 2013 zwischen 7,2 - 7,8 %, doch die Tendenz zeigt nach unten. Zudem ist dieses Statement der FED nicht in Stein gemeißelt, es handelt sich um einen Anhaltspunkt, nicht mehr und nicht weniger. Die amerikanische Wirtschaft aber wächst derzeit gesund und solide, sie basiert auf Konsum und Investitionstätigkeit im Inland, beides gute Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung. Die alte und neue Lokomotive USA könnte die Weltwirtschaft zu einem Wachstum von 2,8 % im Jahr 2014 führen (2013 waren es 2,0 %), was einerseits erfreuliche Nachrichten sind, andererseits Gründe liefert, das Geld wieder etwas teurer werden zu lassen. In den USA selbst werden 2014 sogar 3,0 % Wachstum erwartet, eine für westliche Industrienationen äußerst positive Entwicklung, die gleichwohl leichte Inflationsgefahren heraufbeschwört. Damit gibt es einen Grund mehr, warum sich die FED vom billigen Geld behutsam, aber dennoch entschlossen verabschieden könnte.

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