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Die Bundesregierung steht kurz vor einer grundlegenden Reform des Arbeitszeitgesetzes, die den gesetzlich verankerten Acht-Stunden-Tag durch eine flexiblere wöchentliche Arbeitszeitregelung ersetzen soll. Die Neuregelung zielt primär auf Branchen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten ab, insbesondere das Gastgewerbe und die Tourismusbranche.

Kernpunkte der geplanten Reform

Die neue Tourismusstrategie, die bereits am Mittwoch beschlossen werden soll, bildet die Grundlage für die anstehende Gesetzesänderung. Statt der bisherigen täglichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden (mit möglicher Ausweitung auf zehn Stunden bei entsprechendem Ausgleich) plant die Regierung eine wöchentliche Arbeitszeitgrenze einzuführen.

"Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland", erklärt Christoph Ploß (CDU), Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Steuerliche Anreize für Mehrarbeit

Parallel zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten plant die Bundesregierung finanzielle Anreize zur Ausweitung der Arbeitszeit. Im Strategiepapier heißt es: "Als Anreiz wird der Bund Überstundenzuschläge steuerfrei stellen und einmalig gezahlte Prämien zur Ausweitung der Arbeitszeit bei Teilzeit steuerlich begünstigen."

Die Maßnahme reiht sich in die aktuelle Debatte um längere Arbeitszeiten ein, die Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Forderung nach mehr Arbeitsstunden angestoßen hat. Besonders der Vorstoß zur Einschränkung von Teilzeitmodellen hatte zuletzt für erhebliche Kontroversen gesorgt.

Branchenübergreifende Wirkung

Obwohl die Reform zunächst im Rahmen der Tourismusstrategie entwickelt wurde, sollen die neuen Regelungen nach dem Beschluss für alle Wirtschaftszweige gelten. Die Umsetzung ist noch für dieses Jahr geplant. CDU und SPD hatten entsprechende Änderungen bereits im Koalitionsvertrag vereinbart.

Neben der Arbeitszeitreform sieht die Tourismusstrategie auch Investitionen in die Infrastruktur vor. "Mit der nationalen Tourismusstrategie sorgen wir dafür, dass in Autobahnen, Schienen, Radwege sowie Häfen investiert wird und der Luftfahrtstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger wird", betont Ploß.

Die Reform markiert einen signifikanten Einschnitt in die deutsche Arbeitszeitregulierung und könnte die Arbeitsorganisation in vielen Branchen grundlegend verändern.

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