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Der Silberpreis hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen und ist innerhalb eines Jahres um 182 Prozent auf 78,29 Euro pro Feinunze gestiegen. Diese Preisexplosion übertrifft die Wertsteigerung von Gold, das im gleichen Zeitraum lediglich um 58 Prozent zulegte. Beide Edelmetalle notieren aktuell auf historischen Höchstständen.
Die Gold-Silver-Ratio, die das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber abbildet, ist auf 50 gesunken – ein Wert, der seit 1985 nur dreimal kurzfristig unterschritten wurde. Zuletzt wurde ein vergleichbares Niveau 2011 erreicht. Diese Kennzahl verdeutlicht die außergewöhnliche relative Stärke des Silberpreises im aktuellen Marktumfeld.
Die primäre Ursache für den Kursanstieg liegt in der stark wachsenden industriellen Nachfrage. Nach Bloomberg-Analysen stieg der industrielle Silberbedarf 2024 auf 21.165 Tonnen und hat damit traditionelle Verwendungsbereiche wie Schmuck, Münzen und Silberbesteck deutlich überholt. Das Silver Institute prognostiziert eine Vervierfachung der Nachfrage im Photovoltaik-Sektor bis 2027 sowie eine Verdreifachung in der Elektroauto-Produktion.
Dem steigenden Bedarf steht eine stagnierende Produktion gegenüber. Das Silver Institute beziffert das Defizit für 2024 auf 25.000 Tonnen. Während dieses Defizit derzeit noch durch Recycling kompensiert werden kann, bezeichnen Branchenexperten diese Lösung als "eindeutig nicht nachhaltig".
Die Silberförderung wird durch mehrere strukturelle Faktoren begrenzt:
Nach Einschätzung des Silver Institute wird die Silberproduktion 2026 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen.
Für Anleger bieten sich ETFs wie der Xtrackers Physical Silver ETF an, der den europäischen Silberpreis-Index abbildet und mit physischem Silber hinterlegt ist. Dieser verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 192 Prozent.
Analysten prognostizieren für den Silberpreis zum Jahresende 2026 Kursziele zwischen 86 und 103 Euro, was weiteren Steigerungen von 10 bis 30 Prozent entspricht. Die Fortsetzung der rasanten Kursentwicklung ist jedoch nicht gesichert, da neben dem strukturellen Angebotsdefizit auch makroökonomische Faktoren wie die Dollar-Schwäche und die Funktion als sicherer Hafen den Preis beeinflussen.
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