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Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine beispiellose Insolvenzwelle zu, die selbst die Zahlen der Finanzkrise 2009 übertreffen könnte. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) prognostiziert für 2026 bis zu 17.604 Unternehmenspleiten – die höchste Zahl seit zwei Jahrzehnten.
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet sogar mit bis zu 24.000 Insolvenzen und beziffert die zu erwartenden Forderungsausfälle auf etwa 57 Milliarden Euro. Besonders alarmierend: Allein im Dezember 2025 verzeichnete das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Insolvenzen um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
"Die anhaltende Rezession droht in eine echte Depression zu münden", warnen Marktbeobachter. Besonders besorgniserregend: Internationale Investoren meiden zunehmend den Standort Deutschland grundsätzlich – ein deutliches Signal für die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft.
Als Hauptursachen für die Pleitewelle gelten:
Die Düsseldorfer Unternehmensberatung Falkensteg berichtet, dass Insolvenzverwalter zunehmend Schwierigkeiten haben, neue Investoren für insolvente Betriebe zu finden. "Die kumulierten Belastungen am Standort sind einfach zu groß", heißt es aus Branchenkreisen.
Zahlreiche bekannte Namen sind bereits aus der deutschen Unternehmenslandschaft verschwunden, darunter der Schuhhändler Görtz, der Modehersteller Gerry Weber und der Herrenausstatter Wormland. Andere Unternehmen wie der Dekoriese Depot oder Galeria Kaufhof konnten sich nur mit Mühe über Wasser halten.
Besonders betroffen sind die Chemiebranche und die Automobilindustrie mit ihren zahlreichen mittelständischen Zulieferern. Der Verband der Chemischen Industrie meldet eine Auslastung der Produktionsanlagen von nur 70 Prozent – zu wenig für rentables Wirtschaften.
Ein bislang wenig beachteter Bereich in der Insolvenzstatistik ist das Gesundheitswesen. Etwa 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser schreiben rote Zahlen. Prominente Beispiele für Insolvenzen im Gesundheitssektor sind der Pflegekonzern Argentum aus Bad Homburg sowie die Berliner Schlosspark-Klinik mit 750 Beschäftigten.
Die Schließung kleinerer Kliniken im ländlichen Raum droht zudem erhebliche Versorgungslücken zu hinterlassen. In vielen Fällen springen bereits Kommunen und Landkreise mit Steuermitteln ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Masseninsolvenzen ziehen eine Kaskade negativer Folgeeffekte nach sich:
Experten sehen bislang keinen Ansatz für einen wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag, der die negative Entwicklung umkehren könnte. Die dreijährige Rezession in Deutschland könnte sich damit zu einer langanhaltenden Depression ausweiten.
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