Aktuelles aus Wirtschaft & Finanzen
Bleiben Sie informiert über die wichtigsten Entwicklungen in Wirtschaft, Märkten und Geldpolitik – verständlich erklärt und mit Relevanz für Ihren Alltag und Ihre Finanzen.
Bleiben Sie informiert über die wichtigsten Entwicklungen in Wirtschaft, Märkten und Geldpolitik – verständlich erklärt und mit Relevanz für Ihren Alltag und Ihre Finanzen.
Die Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland könnten ohne grundlegende Reformen bis 2035 auf nahezu 50 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen steigen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) im Auftrag der DAK hervor. Bereits heute liegt die Abgabenlast bei historisch hohen 42,6 Prozent.
Als Hauptursachen für den prognostizierten Anstieg identifiziert die Studie die demografische Alterung, steigende Kosten im Gesundheits- und Pflegesektor sowie eine schwächelnde Wirtschaftsdynamik. Besonders der Renteneintritt der Babyboomer-Generation verschärft den finanziellen Druck auf nahezu alle Sozialversicherungszweige.
Die Untersuchung betrachtet verschiedene Szenarien bis 2035. Im Basisszenario steigt der Gesamtbeitragssatz auf 49,7 Prozent, während ungünstige wirtschaftliche Entwicklungen sogar zu Werten jenseits der 54-Prozent-Marke führen könnten.
Für einen Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Bruttomonatsverdienst von 4.700 Euro bedeutet dies:
Dies entspricht einer Mehrbelastung von rund 167 Euro monatlich oder 2.000 Euro jährlich. Gleichzeitig steigt die finanzielle Belastung für Arbeitgeber in gleichem Maße, was Lohnerhöhungsspielräume einschränkt und Neueinstellungen erschwert.
Die CSU-Landtagsfraktion reagiert mit scharfer Kritik auf die Prognosen. Fraktionschef Klaus Holetschek bezeichnet die Studie als "lauten Weckruf" und fordert einen "gemeinsamen Kraftakt" für Gesundheit und Pflege. Als ersten Schritt plädiert er für die konsequente Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln.
Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheit der CSU-Fraktion, warnt vor weitreichenden Folgen: "Wenn wir die Kostenspirale nicht sofort stoppen, geraten Arbeitsplätze, wirtschaftlicher Wohlstand und der soziale Frieden in Gefahr." Er fordert eine grundlegende Neuordnung der Krankenkassenfinanzierung mit deutlich höherem Bundeszuschuss und eine Stabilisierung der Sozialabgaben bei maximal 40 Prozent.
Die Studienautoren betonen, dass die im Bundeshaushalt vorgesehenen Darlehen für Kranken- und Pflegeversicherung den Beitragsanstieg allenfalls temporär dämpfen können. Eine nachhaltige Stabilisierung erfordere zusätzliche Steuermittel und eine strengere Ausgabenkontrolle.
Alternative Szenarien der Studie zeigen, dass ein dauerhaft höherer Bundeszuschuss und eine stärker einnahmeorientierte Ausgabenpolitik den Beitragsanstieg zumindest abmildern könnten. Ohne entschlossenes politisches Handeln steuert das System jedoch auf eine historische Belastungsmarke zu.
© 2025 Wirtschaft und Finanzen | Designed by Hurricane Media
Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen in unserer Datenschutzerklärung. Ok