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Die von Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeschlagene Anhebung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit auf bis zu 48 Stunden stößt in der Bevölkerung auf breite Ablehnung. Laut einer aktuellen Erhebung der IU Internationalen Hochschule sprechen sich 73,5 Prozent der Befragten gegen eine solche Ausweitung aus.

Gesundheit und Privatleben als Hauptargumente

Die Kritiker des VorstoĂźes nennen als zentrale Bedenken vor allem:

  • Fehlende Zeit fĂĽr Familie, Freunde und Hobbys
  • Gesundheitliche Risiken, sowohl physischer als auch psychischer Natur

"Längere Arbeitszeiten führen nachweislich zu mehr Fehlern – mehr Stunden bedeuten nicht automatisch mehr Produktivität", betont Arbeitsexperte Malte Martensen von der IU. Die Studie offenbart eine erhebliche Diskrepanz zwischen politischen Vorschlägen und den Präferenzen der Bevölkerung.

Bevorzugte Arbeitszeitmodelle

Die Umfrage zeigt klare Präferenzen bei den Arbeitszeitmodellen:

  • 49,6% favorisieren das klassische Vollzeitmodell (35-40 Stunden/Woche)
  • 33,9% wĂĽnschen sich eine Vier-Tage-Woche (32 Stunden bei vollem Lohnausgleich)
  • Nur 18,5% präferieren Teilzeitmodelle unter 35 Stunden

Kluft zwischen Politik und Realität

Martensen zeigt sich überrascht über die große Diskrepanz zwischen politischer Debatte und öffentlicher Meinung. "Während in der Politik über mehr Arbeit als Lösung wirtschaftlicher Probleme diskutiert wird, sagen viele Menschen: 'Mehr geht nicht'", erklärt der Experte.

Der Arbeitsmarktforscher weist darauf hin, dass der Alltag mit Kinderbetreuung, Pflegeverantwortung und steigenden Belastungen für viele Beschäftigte bereits jetzt an Grenzen stoße. Ohne verbesserte Rahmenbedingungen sei eine Ausweitung der Arbeitszeit kaum umsetzbar und werde von der Bevölkerung nicht akzeptiert.

Die Regierungspläne zur Reform der Arbeitszeit stehen damit vor erheblichem Gegenwind aus der Gesellschaft, während die Wirtschaftspolitik weiterhin auf Arbeitszeitverlängerung als Produktivitätsfaktor setzt.

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