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Nettobedarf deutlich höher als angenommen

Die als Zielmarke oft genannte gesetzliche Bruttorente von 2000 Euro reicht fĂŒr einen sorgenfreien Ruhestand in vielen FĂ€llen nicht aus. Besonders Mieter in BallungsrĂ€umen benötigen deutlich höhere BetrĂ€ge, um ihren Lebensstandard zu sichern.

Nach Abzug von Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€gen (durchschnittlich 12,35 bis 12,95 Prozent) sowie möglicher Steuern bleiben von 2000 Euro brutto lediglich 1600 bis 1750 Euro netto ĂŒbrig. Bei steigenden Wohnkosten ist dieser Betrag oft unzureichend.

Realistischer Finanzbedarf nach Wohnkosten

Die Wohnkosten bestimmen maßgeblich den tatsĂ€chlichen Rentenbedarf. Finanzexperten empfehlen, maximal 30 bis 35 Prozent des Nettoeinkommens fĂŒr Miete aufzuwenden. Daraus ergeben sich folgende Richtwerte:

  • Bei 700 Euro Warmmiete: mindestens 2000 Euro netto
  • Bei 800 Euro Warmmiete: etwa 2300 bis 2600 Euro netto
  • Bei 1000 Euro Warmmiete: 2800 bis 3300 Euro netto

Diese Werte berĂŒcksichtigen einen notwendigen Spielraum fĂŒr Lebensmittel, Energie, Versicherungen und steigende Gesundheitskosten im Alter.

Rentenpunkte-Rechnung offenbart RealitĂ€tslĂŒcke

Um eine Bruttorente von 3000 Euro zu erreichen, die nach AbzĂŒgen etwa 2300 bis 2500 Euro netto entspricht, benötigt man rund 74 Entgeltpunkte. Der aktuelle Rentenwert liegt bei 40,79 Euro pro Punkt.

Diese Punktzahl ist fĂŒr die meisten Erwerbsbiografien unerreichbar. Selbst bei 45 Beitragsjahren mit durchgĂ€ngig ĂŒberdurchschnittlichem Einkommen von etwa 7000 Euro brutto monatlich wĂ€re dieses Ziel kaum zu erreichen.

MehrsÀulen-Strategie statt Maximalrente

Eine realistische Altersfinanzierung basiert auf mehreren Einkommensquellen. Eine typische Kombination könnte so aussehen:

  • 1900 Euro gesetzliche Rente
  • 400 Euro Betriebsrente
  • 300 Euro aus privater Vorsorge

Zusammen ergeben sich so 2600 Euro brutto monatlich. Zu beachten: Auch fĂŒr Betriebsrenten fallen Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge an, bei BetrĂ€gen ĂŒber dem Freibetrag von 197,75 Euro sogar der volle Beitragssatz.

FĂŒnf Stellschrauben fĂŒr höhere AlterseinkĂŒnfte

  1. Höheres Einkommen: Überdurchschnittliche Verdienste steigern die Rentenpunkte pro Jahr.

  2. LĂ€ngere Beitragszeiten: Jedes zusĂ€tzliche Beitragsjahr erhöht die RentenansprĂŒche, besonders bei WeiterbeschĂ€ftigung ĂŒber das Regelrentenalter hinaus.

  3. Freiwillige BeitrÀge: Besonders ab 50 können zusÀtzliche Einzahlungen und der Ausgleich von AbschlÀgen die Rentenhöhe steigern.

  4. Rentenrelevante Zeiten nutzen: Kindererziehung (bis zu drei Jahre pro Kind), Pflegezeiten und bestimmte Ausbildungsphasen erhöhen die Rentenanwartschaft. Bei intensiver Pflege können ĂŒber drei Jahre bis zu vier Entgeltpunkte entstehen – das entspricht einer dauerhaften Rentenerhöhung von ĂŒber 120 Euro monatlich.

  5. Zusatzvorsorge aufbauen: Betriebsrenten, private Altersvorsorge und andere Einkommensquellen ergÀnzen die gesetzliche Rente.

Individuelle Beratungen zur Rentenplanung bietet die Deutsche Rentenversicherung kostenlos an – telefonisch, per Video oder in persönlichen GesprĂ€chen.

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