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Der Online-Modehändler Zalando ist in den kürzlich veröffentlichten "Epstein-Files" des US-Justizministeriums aufgetaucht. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, bestand 2012 ein Kontakt zwischen dem damaligen Zalando-CEO Rubin Ritter und Ian Osborne, einem engen Vertrauten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Geschäftspräsentation ohne Wissen weitergeleitet

Zalando bestätigte gegenüber FOCUS online den Sachverhalt, betonte jedoch, dass zu keinem Zeitpunkt direkte Verbindungen zu Epstein bestanden hätten. Laut Unternehmenssprecher forderte Osborne, der damals für den Zalando-Anteilseigner DST Global tätig war, eine Unternehmenspräsentation an, die vom Management bereitgestellt wurde.

"Diese Präsentation wurde anschließend von unserem DST Global-Kontakt an Jeffrey Epstein weitergeleitet. Dies passierte ohne Wissen oder vorherige Zustimmung von Zalando", erklärte der Unternehmenssprecher. Das Berliner Unternehmen betont: "Zalando und sein Management haben niemals E-Mails mit Jeffrey Epstein ausgetauscht, haben ihm nie eine Investition angeboten, wussten nicht, dass eine Unternehmenspräsentation mit ihm geteilt wurde, und kannten ihn nicht."

Verbindung über Epsteins Netzwerk

Ian Osborne gilt laut "Financial Times" als enger Vertrauter Epsteins. Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" berichtet, dass Osborne mehrfach um Epsteins Investitionen in verschiedene Fonds geworben habe. Die nun veröffentlichten Dokumente zeigen, dass Osborne am 9. April 2012 eine E-Mail mit einem Zalando-Businessplan von Rubin Ritter erhielt und diese an Epstein weiterleitete. Offenbar ging es um potenzielle Investitionen in den Online-Händler. Auf dieses Angebot soll Epstein jedoch nicht reagiert haben.

Hintergrund zu Epstein

Jeffrey Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der Multimillionär aus New York soll Minderjährige in New York und Florida selbst missbraucht haben. Epstein starb 2019 im Alter von 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer weiteren möglichen Verurteilung kommen konnte.

Zalando wurde 2008 in Berlin als Online-Schuhhandel gegründet, ist seit 2014 börsennotiert und erwirtschaftete 2024 einen Jahresumsatz von 10,6 Milliarden Euro.

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